Arbeitgeberlexikon


Eine Abfindung ist eine einmalige Geldzahlung des Arbeitgebers, die dieser aus Anlass der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses leistet.

Kei­ne Ab­fin­dung, son­dern ei­ne Aus­gleichs­zah­lung ei­ge­ner Art ist der Aus­gleichs­an­spruch des Han­dels­ver­tre­ters gemäß § 89b Han­dels­ge­setz­buch (HGB) und die Karrenzentschädigung nach § 74 HGB bei nachvertraglichem Wettbewerbsverbot.

Wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses gezahlte Abfindungen sind seit 2008 grundsätzlich lohnsteuerpflichtig. Beiträge zur Sozialversicherung fallen nicht an, soweit mit der Abfindung nur der Verlust des Arbeitsplatzes abgegolten wird. Werden mit der Abfindung hingegen auch vertraglich geschuldete Leistungen wie unbezahlte Überstunden oder Urlaubsansprüche abgegolten, wird die Abfindung zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt im Sinne § 14 SGB IV. Gleiches gilt für Abfindungen, die wegen Änderung der Vertragsbedingungen bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses (z.B. bei Reduzierung der Arbeitszeit) gezahlt werden, da die Abfindung nicht wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses gezahlt wird. Die Höhe der Lohnsteuer bemisst sich bei Abfindungen nach der sogenannten Fünftelregelung, d.h. einer ermäßigten Besteuerung, soweit die Abfindungszahlung in einem Veranlagungszeitraum erfolgt und eine Zusammenballung von Einkünften (Arbeitseinkommen und Abfindung) vorliegt. Die Abfindung als sonstiger Bezug wird gem. § 39b EStG mit einem Fünftel angesetzt und die für dieses Fünftel nach der Jahressteuertabelle ermit­telte Steuer verfünffacht. Der bei ho­hen sonstigen Bezügen progressiv ansteigende Steuertarif soll so gemin­dert werden. Die Fünftelregelung muss angewendet werden, wenn die Voraussetzungen vorliegen, es sei denn die Anwendung führt bei dem Arbeitnehmer zu einer höheren Steu­erlast.

Für Grenzgänger ist zu beachten, dass eine Abfindung im Ansässigkeitsstaat des Mitarbeiters besteuert wird (BFM-Schreiben v. 12.11.14, IV B 2 - S 1300/08/10027. Maßgeblich ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Auszahlung (BFH-Urteil vom 24. Februar 1988, BStBl. II S. 819; BFH-Urteil vom 10. Juli 1996, BStBl. 1997 II S. 341).

Hinweis: Die Vereinbarung eines Abfindungsvergleichs kann bei Nichteinhaltung der vertraglich vereinbarten, einer tariflichen oder gesetzlichen Kündigungsfrist gemäß § 158 SGB III zum Ruhen des Anspruchs auf ALG I führen. Weiterführende Informationen enthält auch das Merkblatt 17 der Bundesagentur für Arbeit „Berücksichtigung von Entlassungsentschädigungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer".

Stand 01/2016

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