Arbeitgeberlexikon


Bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit arbeitet der Arbeitnehmer außerhalb seiner Wohnung und wird nicht an einer ersten Tätigkeitsstätte tätig. Erste Tätigkeitsstätte ist die ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist.

Bei einer auswärtige beruflichen Tätigkeit wird der Arbeitnehmer außerhalb seiner Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig,

Bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit kann der Arbeitgeber u. a. Verpflegungs-mehraufwendungen oder auch Übernachtungskosten ohne Einzelnachweis pauschal steuerfrei erstatten:

12 €: für den Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer ohne Über­nachtung außerhalb seiner Wohnung mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwe­send ist;beginnt die Auswär­tstätigkeit an ei­nem Kalendertag und endet am nachfolgenden Kalender­tag ohne Übernachtung, wer­den 12,00 € für den Kalendertag gewährt, an dem der Arbeit­nehmer den überwiegenden Teil der insgesamt mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist.

12 €: für den An- und Abreisetag, wenn der Arbeitnehmer an diesem, einen anschließenden oder vorhergehenden Tag au­ßerhalb der Wohnung über­nachtet

24 €: für jeden Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer 24 Stunden von seiner Wohnung und ers­ten Tätigkeitsstätte abwesend ist

Neben neben dem steuerfreien Höchstbetrag kann der Arbeitgeber zusätzlich einen mit 25 % pauschal versteuerten Betrag in gleicher Höhe gewähren (§ 40 Abs. 2 Nr. 4 EStG).

Für beruflich veranlasste Auslandsreisen gelten spezielle Pauschalen, die vom Bundesministerium für Finanzen für jedes Land festgelegt werden. Der Verpflegungsmehraufwand kann für längstens 3 Monate gewährt werden.

Bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten ist es zudem möglich, dem Arbeitnehmer Übernachtungskosten anstelle der tatsächlichen Kosten ohne Nachweis pauschal mit € 20.- je Übernachtung steuerfrei zu gewähren (vgl. LStR 2015 R 9,11 (10) H 9.11). Dies ist jedoch nicht zulässig, soweit der Arbeitnehmer wie beispielsweise ein Berufskraftfahrer im Fahrzeug nächtigt bzw. der Arbeitnehmer die Unterkunft vom Arbeitgeber oder aufgrund des Dienstverhältnisses von einem Dritten unentgeltlich erhält.

Wenn die Übernachtungskosten mittels Einzelnachweises (Rechnung) geltend gemacht werden, ist zu beachten, dass die Kosten für Frühstück , Mittag- oder Abendessen nicht zu den Übernachtungskosten gehören. Wird durch Zahlungsbelege nur ein Gesamtpreis für Unterkunft und Verpflegung nachgewiesen und lässt sich der Preis für die Verpflegung nicht feststellen (z. B. Übernachtungspauschale inkl. Frühstück), ist der Gesamtpreis zur Ermittlung der Übernachtungskosten für Frühstück um 20 %, für Mittag- und Abendessen um jeweils 40 % des maßgebenden Pauschbetrages zu kürzen.

Erhält der Arbeitnehmer aufgrund des Dienstverhältnisses von einem Dritten ein Frühstück unentgeltlich oder teilentgeltlich gestellt, so ist dem steuerpflichtigen Arbeitslohn für das Frühstück ein geldwerter Vorteil in Höhe des amtlichen Sachbezugswertes von € 1,67 zuzurechnen. Eine Kürzung der Übernachtungspauschale um 20% ist in diesem Falle nicht vorzunehmen.

Stand 01/2016

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