Arbeitgeberlexikon


Benzingutschein, Warengutschein

Arbeitgeber dürfen ihren Arbeitnehmern Sachbezüge bis zu einem Gesamtwert von 44,00 € (50,00 € ab 2022) einschließlich Umsatzsteuer pro Kalendermonat lohnsteuer- und beitragsfrei zuwenden. Wird die Freigrenze aus der Summe der gewährten Sachleistungen überschritten, ist die gesamte Leistung steuer- und beitragspflichtig.
Wird die Freigrenze in einem Monat nicht vollständig ausgeschöpft, „verfällt" der Restbetrag und kann nicht auf andere Zeiträume verteilt werden.

Der Gesetzgeber hat mit Änderung des § 8 Abs.1 EStG zum 01.01.2020 festgelegt, dass zu den steuerpflichtigen Einnahmen in Geld grundsätzlich auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten, gehören.

Die Steuerfreiheit entfällt seither bei Übergabe von Bargeld zum Betanken des privat genutzten Fahrzeuges. Auch können vom Arbeitnehmer für das Privatfahrzeug verauslagte Tankkosten nicht mehr steuerfrei erstattet werden. Es ist daher kein steuerlich begünstigter Sachbezug, Arbeitnehmern die Tankkosten gegen Vorlage des Tankbeleges zu erstatten.

Steuerfrei möglich sind

  • Tankgutscheine oder Gutscheinkarten eines einzelnen Tankstellenbetreibers zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen in seiner Tankstelle,
  • von einer bestimmten Tankstellenkette (einem bestimmten Aussteller) ausgegebene Tankgutscheine oder -karten zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen in den einzelnen Tankstellen mit einheitlichem Marktauftritt (z. B. ein Symbol, eine Marke, ein Logo)
  • ein vom Arbeitgeber selbst ausgestellter Gutschein (z. B. Tankgutschein), wenn die Akzeptanzstellen (z. B. Tankstelle oder Tankstellenkette) aufgrund des Akzeptanzvertrags (z. B. Rahmenvertrag) unmittelbar mit dem Arbeitgeber abrechnen

Die 44-Euro-Freigrenze ist bei Gutscheinen jedoch nur dann anwendbar, wenn der Gutschein zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird.
Der steuerliche Vorteil ist damit insbesondere im Rahmen von Gehaltsverzicht oder -umwandlungen ausgeschlossen.

Gesetzesgrundlagen

§ 8 Abs. 1 EStG
BMF-Schreiben vom 13.04.2021 Abgrenzung zwischen Geldleistung und Sachbezug


"Die Angaben dienen lediglich als erste Hinweise. Sie können und sollen eine individuelle Beratung nicht ersetzen. Für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Angaben kann trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernommen werden. Professionelle Beratung im Arbeitsrecht erhalten Sie bei der lohn-ag.de Rechtsanwaltgesellschaft GmbH."

Arbeitgeber dürfen ihren Arbeitnehmern Sachbezüge bis zu einem Gesamtwert von 44,00 € (50,00 € ab 2022) einschließlich Umsatzsteuer pro Kalendermonat lohnsteuer- und beitragsfrei zuwenden.


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