Arbeitgeberlexikon


Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern

R 3.33 LStR 2015 zu § 3 Nr. 33 EStG

Steuerfrei sind zusätzliche Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung (einschl. Unterkunft und Verpflegung) und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern des Arbeitnehmers in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen. Dies gilt auch, wenn der nicht beim Arbeitgeber beschäftigte Elternteil die Aufwendungen trägt. Leistungen des Arbeitgebers für die Vermittlung einer Unterbringungs- und Betreuungsmöglichkeit durch Dritte sind seit 01.01.2015 nach § 3 Nr. 34a EStG ebenso steuerfrei. Zuwendungen des Arbeitgebers an einen Kindergarten oder eine vergleichbare Einrichtung, durch die er für die Kinder seiner Arbeitnehmer ein Belegungsrecht ohne Bewerbungsverfahren und Wartezeit erwirbt, sind den Arbeitnehmern zudem nicht als geldwerter Vorteil zuzurechnen.

Die alleinige Betreuung im Haushalt, z. B. durch Kinderpflegerinnen, Hausgehilfinnen oder Familienangehörige  genügt nicht. Soweit Arbeitgeberleistungen auch den Unterricht eines Kindes ermöglichen, sind diese nicht steuerfrei. Das Gleiche gilt für Leistungen, die nicht unmittelbar der Betreuung eines Kindes dienen, z. B. die Beförderung zwischen Wohnung und Kindergarten.

Begünstigt sind nur Leistungen zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern.

Die Schulpflicht richtet sich nach dem Schulgesetz des jeweiligen Bundeslandes. Aus Vereinfachungsgründen ist nach den Lohnsteuer-Richtlinien die Schulpflicht nicht zu prüfen bei Kindern, die

  1. das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder
  2. im laufenden Kalenderjahr das 6. Lebensjahr nach dem 30. Juni vollendet haben, es sei denn, sie sind vorzeitig eingeschult worden, oder
  3. im laufenden Kalenderjahr das 6. Lebensjahr vor dem 1. Juli vollendet haben, in den Monaten Januar bis Juli dieses Jahres.

Den nicht schulpflichtigen Kindern stehen schulpflichtige Kinder gleich, solange sie mangels Schulreife vom Schulbesuch zurückgestellt sind.

Der Arbeitgeber kann den Zuschuss an seine Arbeitnehmer oder an die Betreuungseinrichtung direkt bezahlen. Der Nachweis über die Kindergartenbeiträge wird im Original als Beleg im Lohnkonto aufbewahrt. Bei dem Kindergartenzuschuss muss es sich um eine zusätzliche Zahlung zum ohnehin geschuldeten Lohn handeln. Eine Entgeltumwandlung ist nicht gestattet (BFH-Urteile vom 19. September 2012 – VI R 54/11, BStBl 2013 II S. 395, VI R 55/11, BStBl 2013 II S. 398; BMF-Schreiben vom 22.05.2013, BStBl I, 727).

Stand: 01/2016

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