Arbeitgeberlexikon


Ein Arbeitgeber kann Waren und Dienst­leistungen, die er überwiegend an seine Kunden verkauft, unentgelt­lich oder verbilligt an seine Beleg­schaft als geldwerten Vorteil abgeben.

Die Anwendbarkeit des Rabattfreibetrag ist nur dann zulässig, wenn

  • der Arbeitgeber selbst seinen Mitarbeitern einen Preisvorteil, d.h. einen Rabatt auf eine Ware oder Dienstleistung einräumt
  • der Arbeitgeber die Ware oder Dienstleistung überwiegend, d.h. zu mehr als 50 % für seine Kunden (und nicht für seine Mitarbeiter) herstellt, vertreibt oder erbringt
  • der Arbeitgeber den geldwerten Vorteil (Preisvorteil) nicht pauschal versteuert.

Soweit der Arbeitgeber den geldwer­ten Vorteil in den Fällen des § 40 EStG pauschal versteuert, z.B. 25 % auf Mahl­zeiten im Betrieb, gilt der Rabattfreibetrag nicht.

Wird der Sachbezug nicht pauschal durch den Arbeitgeber versteuert, so ist er bis zur Höhe des Rabattfreibe­trages von € 1.080 jährlich steuer- und beitragsfrei (vgl. § 8 Abs. 3 EStG). Die Bewertung erfolgt dann über § 8 Abs.3 EStG, wonach ausschließlich 96% des vom End­ver­braucher an den Arbeitgeber gezahl­ten Endpreis abzüglich gewährter Nachlässe angesetzt werden.

Der geldwerte Vorteil als Grundlage der pauschalen Arbeitgeberbesteuerung bemisst sich nach dem ortsüblichen Endpreis abzüglich eines 4% Bewertungsab­schlags oder am günstigsten Marktpreis (auch Internet).

Markt in diesem Sinne sind alle gewerblichen Anbieter, von denen der Steuerpflichtige die konkrete Ware oder Dienstleistung im Inland unter Einbeziehung allgemein zugänglicher Internetangebote oder auf sonstige Weise gewöhnlich beziehen kann.

Übersteigt die Summe der Sachbe­züge in einem Kalender­jahr den Rabattfrei­betrag, ist der übersteigende Betrag grundsätzlich steuer- und beitragspflichtiger Ar­beits­lohn.

Liegen die Voraussetzungen für den Rabattfreibetrag nicht vor, kann in Betracht kommen die Freigrenze für Sachbezüge in Höhe von 44 EUR monatlich in Anspruch zu nehmen.

Die Sachbezüge im Sinne des § 8 Abs. 3 EStG sind im Lohnkonto kennt­lich zu machen und ohne Kürzung um Freibeträge einzutragen. Die abgege­benen Waren und / oder Leistungen und deren Wert sind zu dokumentie­ren.

Zur Bewertung der Sachbezüge siehe auch BMF-Schreiben vom 16.05.2013, GZ IV C 5 - S 2334/07/0011, DOK 2013/0356883.

Stand 02/2016

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